Zweijährige Fachschule für Biotechnik / Chemietechnik

Die Zweijährige Fachschule an der Paul–Ehrlich–Schule gliedert sich in die Fachrichtung Biotechnik und die in die Schwerpunkte Labortechnik und Produktionstechnik unterteilte Fachrichtung Chemietechnik. Die Ausbildung wird ausschließlich in Teilzeitform angeboten und dauert 8 Semester (4 Jahre). In allen drei Fachrichtungen/Schwerpunkten werden nur in geraden Jahren Studierende aufgenommen.

Nach der ihr zugewiesenen Aufgabe, Fachkräfte mit einschlägiger dualer oder schulischer Berufsausbildung und mindestens einjähriger qualifizierter Berufstätigkeit zur Übernahme von Aufgaben auf der mittleren Führungsebene zu befähigen, gehört die Fachschule, die zum staatlich geprüften Techniker bzw. zur staatlich geprüften Technikerin qualifiziert, zu den Bildungseinrichtungen, die Aufstiegsweiterbildung anbieten. Im Einzelnen wird von den Absolventinnen und Absolventen erwartet, dass sie in der Lage sind, selbstständig naturwissenschaftlich-technische Probleme zu analysieren, zu strukturieren und zu lösen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team anzuleiten, zu motivieren und zu beurteilen und berufsbezogen in einer Fremdsprache zu kommunizieren.

Aufgabenstellungen:

Die Studierenden unserer Fachschule absolvieren die in Teilzeitform organisierte Ausbildung in aller Regel neben ihrer Berufstätigkeit. Sie bleiben weiterhin in die Arbeitsabläufe eingebunden, nehmen an der Weiterentwicklung in ihren Tätigkeitsbereichen unmittelbar teil und erwerben dabei zusätzliche Fachkenntnisse aber auch personelle und soziale Kompetenzen durch die Zusammenarbeit in den Laborteams oder den Schichtteams der Produktionsbetriebe. Diese Prozesse begreifen wir als besondere Chance des Teilzeitunterrichts, und wir ermutigen die Studierenden mit Blick auf die zu erwerbenden Qualifikationen zur aktiven Mitgestaltung.

Der Unterricht in der Fachschule wird von den Studierenden inhaltlich an den Erfahrungen am Arbeitsplatz gemessen. Das Nebeneinander von Berufstätigkeit und Weiterbildung in der Fachschule wirkt sich auch auf die Methodenakzeptanz aus. Die Arbeitshaltung im Abendunterricht ist eher rezeptiv; es wird erwartet, dass die Inhalte so aufbereitet sind, dass nach eigenem Zeitmanagement selbstständig aus- und nachgearbeitet werden kann. Unter dem Aspekt, dass die Fachschüler quasi Kunden sind, müssen wir uns mit dieser Erwartungshaltung der Studierenden auseinandersetzen. Wir akzeptieren die Konzentration der Studierenden auf die Inhalte, die in Zusammenhang mit der theoretischen Fundierung der Berufstätigkeit gesehen werden bzw. denen eine besondere Bedeutung für das Erreichen des Ausbildungsziels zukommt,  und entwickeln angepasste Konzepte für eine handlungs- und projektorientierte Unterrichtsgestaltung.

Die überaus positiven Erfahrungen mit den Projektarbeiten im 2. Ausbildungsabschnitt, sowohl hinsichtlich des Engagements in den Projektgruppen als auch hinsichtlich der hervorragenden Qualität der Ergebnisse, zeigen, dass die Studierenden über die Kompetenzen verfügen, um erfolgreich selbstständig handlungsorientiert und projektbezogen zu arbeiten. Die mit dem Nebeneinander von Berufstätigkeit und Fachschulausbildung verbundene Doppelbelastung und die ebenfalls damit einhergehenden organisatorischen Probleme müssen wir aber bei der Implementierung des Projektansatzes ebenso beachten wie die in allen Fachrichtungen umfangreichen Theorieanteile, die insbesondere unter den Gesichtspunkten der Arbeits- und der Prozesssicherheit sowie des Umweltschutzes wesentlich sind.

Eine wichtige Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Ausbildung an der Fachschule ist die Verbesserung der Kompetenz der Absolventinnen und Absolventen zur berufsbezogenen Kommunikation in englischer Sprache. Hier müssen wir unbedingt die personellen Voraussetzungen für einen qualifizierten Unterricht schaffen, der in Verbindung mit dem allgemeinbildenden Englischunterricht gute fachbezogene Kenntnisse vermittelt, so dass der Lernfeldunterricht teilweise in Englisch möglich ist.

Bei allen Entscheidungen für die Fachschule sind insbesondere die Prozesse im Zusammenhang mit der Entwicklung eines nationalen Qualitätsrahmens (NQR) und eines europäischen Qualitätsrahmens (EQR) aufmerksam zu berücksichtigen. Nur wenn die Fachschule darin die angemessene Anerkennung erfährt, wird ihr Bestand längerfristig zu sichern sein. Wir müssen deshalb daran mitarbeiten, dass die mit umfangreichen praktischen Erfahrungen verbundenen Qualifikationen unserer Absolventinnen und Absolventen eine qualifikationsangepasste Einstufung, die sich an der des Bachelors orientiert, erfährt.

   

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